Als die Frau aufwacht, sitze ich schon seit über einer Stunde am Laptop – mobiles Arbeiten. Die Sonne geht gerade auf, ein großartiger Ausblick. Die Frau sitzt im Schlafanzug am Fenster und schaut raus, während ich kurz nach draußen gehe, um ein paar Fotos zu machen. Danach gibt’s erstmal einen Cappuccino, und ich lasse die Drohne steigen – die Aufnahmen sind wirklich beeindruckend.






Nach dem Duschen arbeite ich noch ein bisschen weiter. Handtücher und Duschvorhang lassen wir von Sonne und Wind trocknen. Frühstück draußen fällt aus – zu windig –, aber ein zweiter Kaffee geht immer. Danach setze ich mich wieder an die Arbeit, während die Frau mit der Kamera loszieht. Es ist schon 13 Uhr, bis wir uns endlich loseisen können. Schuld sind Geier, die seit einer Weile über uns kreisen. Ich wollte unbedingt noch 1-2 Fotos machen.


Natürlich möchte ich noch wissen, ob der Esel den steilen Abschnitt von gestern Abend auch hoch schafft und wie steil er tatsächlich ist. Also los. Und ja – er schnurrt im ersten Gang da hoch, als wäre es nichts. Er fährt sogar in der 42% Steigung problemlos an, was mich angesichts unseres größeren Raddurchmesser erstaunt. Über die fiese Bodenwelle am oberen Ende fahren wir nicht mehr, das Risiko möchte ich der Frau als Einweiser nicht zumuten.

Wir diskutieren kurz die Richtung: Sie will einen alternativen Rückweg, ich lieber einfach weiter, bis wir wieder auf die A2601 stoßen. Am Ende rollen wir erstmal den Berg runter, genießen die Aussicht, sehen eine Burgruine mit möglichem Stellplatz – und halten nach wenigen Kilometern schon wieder an.



Der Platz ist eben, die Aussicht okay (kommt aber nicht an unseren letzten ran), und da es schon fast 14 Uhr ist, machen wir Mittagspause. Bei Sonne, Windschatten, Ruhe und Vogelgezwitscher schmeckt das gleich doppelt gut. Aber klar ist auch: In dem Tempo sind wir bis Sonntag nicht zu Hause.
Waldwege
Die folgende Strecke hat es wieder in sich: schmale Wege, Äste, denen ich ausweichen muss, und ausgewaschene Passagen im grünen Waldboden. Zum Glück ist alles trocken, sodass man auch mal auf den Rand ausweichen kann. Es geht stetig bergab – und irgendwann endlich wieder auf Asphalt. Ehrlich gesagt: ganz angenehm.



Wir fahren weiter Richtung Osten, biegen bei Narvadùn auf die A2603 Richtung Longás ab. Kurz hinter Isueres sehen wir sie wieder: Geier. Mindestens 15 Stück, die über uns kreisen – wieder versuchen wir, ein paar Fotos zu machen.

Ab Longás wird die Straße schmaler und windet sich den Berg hoch, perfekte Gelegenheit für einen weiteren Drohnenflug. Interessant: Auf meiner aktuellen Karte ist die Straße nur gestrichelt, auf der anderen Karte noch weiß – bei den Schlaglöchern wundert mich nicht, dass sich der Status geändert hat.




An der San Gorrin Hütte legen wir eine Kaffeepause ein. Schön ruhig hier, Bänke in der Sonne, genau richtig. Aber wir kommen einfach nicht vorwärts. Zwei Kilometer weiter kommen wir an einen Abzweig – und finden einen richtig guten Stellplatz auf einem Wiesenhang mit Aussicht und Abendsonne. Entscheidung gefallen: Wir bleiben.
Besuch am Übernachtungsplatz


Abends sitzen wir draußen, genießen die Ruhe. Plötzlich knirscht und knackt es im Wald. Was ist das? Es sind ein paar Kühe, die neugierig vorbei schauen. Sie grasen gemütlich und ziehen dann weiter.
