Über die großen Anpassungen bei unserem Grand California hatte ich bereits berichtet. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die im Camper-Alltag einen großen Unterschied machen.
Erweiterung der Ablage am Bett
Genau so ist es mit der Erweiterung der Ablagefächer am Bett in unserem Grand California 680. Die praktischen Einsätze kommen aus dem 3D-Drucker und werden einfach in die vorhandenen Fächer eingesetzt – ohne Bohren, ohne Schrauben.
Endlich bleiben Smartphone, Taschentücher, Brillenetui & Co. zuverlässig an ihrem Platz, statt nachts irgendwo neben dem Kopfkissen zu landen.
Die Druckzeit ist zwar lang und das Material nicht zu knapp – aber es lohnt sich wirklich. Die Einsätze sitzen passgenau, wackeln nicht und machen die Bettablage im GC 680 endlich alltagstauglich. Eine kleine Modifikation mit großem Nutzen.


Spannungsmesser
Um die AGM-Bordbatterie im Blick zu behalten, habe ich mir ein kleines Stecker-Messgerät in den Zigarettenanzünder gesetzt. Damit kann ich jederzeit schnell die aktuelle Batteriespannung ablesen. Besonders praktisch ist das, wenn ich nach dem Drücken der Ladetaste überprüfen möchte, ob die Spannung tatsächlich ansteigt.
Hilfreich ist auch, dass man mit dem Spannungsmesser erkennen kann, wann die Regeneration des Dieselpartikelfilters startet. In diesem Moment fällt die Bordspannung nämlich deutlich ab – von etwa 14,4 Volt auf rund 12,1 Volt. Eine einfache, aber sehr hilfreiche Möglichkeit, den Zustand des Fahrzeugs im Auge zu behalten.
Zusätzlich nutze ich ein kleines Messgerät mit Stromzange. Gerade bei Fehlersuche oder elektrischen Störungen leistet es hervorragende Dienste. Mit Strom- oder Spannungsmessung kann ich elektrische Probleme rasch eingrenzen.


Ein kleines Set an Messwerkzeugen – aber unglaublich nützlich.
Batterie Guard
Im Grand California müssen wir sowohl die Starter- als auch die Bordbatterie gut im Blick behalten. Beide sind serienmäßig als AGM-Batterien ausgeführt – und genau diese haben einen Haken: Schon nach wenigen Tagen Standzeit entladen sie sich so weit, dass es zu einer dauerhaften Schädigung kommen kann. Wer seinen GC also öfter mal ungenutzt stehen lässt, riskiert auf Dauer teuren Ärger.
Um die Batterien zuverlässig zu überwachen, habe ich den Batterie Guard installiert. Das kleine Gerät wird direkt an die Plus- und Minuspole der Batterie angeschlossen. Über die zugehörige App lassen sich dann per Bluetooth die aktuelle Batteriespannung und die Temperatur ablesen – schnell, unkompliziert und ohne Deckel abnehmen oder versteckte Fächer öffnen zu müssen.
Der angezeigte „SOC-Wert“ in Prozent ist hingegen weniger aussagekräftig, da der Guard keinen Strom misst und den Zustand nicht wirklich exakt berechnen kann. Für die reine Spannungsüberwachung reicht er aber völlig aus.


In unserem Esel haben wir deshalb zwei Guards verbaut: einen an der Starterbatterie und einen an der Bordbatterie. So behalten wir jederzeit den Überblick und können rechtzeitig reagieren, bevor die AGM-Batterien Schaden nehmen.
OBD 2 Adapter
Mit einem einfachen OBD2-Adapter lässt sich erstaunlich viel über den Grand California erfahren. Das kleine Gerät wird in die Diagnoseschnittstelle gesteckt und gibt – zusammen mit einem Smartphone und der passenden App – tiefen Einblick in die Technik des Fahrzeugs.
Ich nutze dafür die App „Car Scanner“. Damit kann ich nicht nur den Fehlerspeicher auslesen und wichtige Messwerte anzeigen lassen, sondern auch verschiedene Funktionen im Fahrzeug anpassen. Einige Einstellungen sind wirklich hilfreich und machen den Alltag im GC angenehmer.
Beispiele aus meiner Praxis
1. Komfortblinken anpassen
Über die App lässt sich die Anzahl der Blinkimpulse beim Antippen des Blinkers ändern. Zur Auswahl stehen 3, 4 oder 5 Blinksignale – je nachdem, was man bevorzugt.
2. Spurhalte-Assistent optimieren
Ab Werk reagiert der Spurhalte-Assistent im GC eher ruckartig, wenn man sich zu weit den Fahrbahnmarkierungen nähert. Nach der Anpassung über Car Scanner fährt unser „Esel“ deutlich ruhiger:
Er hält sauber die Mitte der Fahrspur und lenkt sogar durch Kurven bis zu 18 Sekunden selbstständig.
3. Tagfahrlicht steuern
Das Tagfahrlicht schaltet sich beim Start automatisch ein – praktisch im Straßenverkehr, aber unpassend auf Campingplätzen oder ruhigen Stellplätzen. Über die App kann man das Verhalten ändern und das Licht nach Bedarf anpassen.


Der OBD2-Adapter ist für mich ein kleines, aber extrem nützliches Werkzeug geworden. Er bietet nicht nur Transparenz über den Zustand des Fahrzeugs, sondern ermöglicht auch Einstellungen, die Volkswagen ab Werk nicht freigegeben hat – und macht den Grand California ein Stück komfortabler.
Abwasser ablassen
Beim Grand California ist das Ablassventil des Abwassertanks leider etwas unglücklich positioniert: Es versteckt sich hinter dem Seitenschweller. Das bedeutete für mich jedes Mal dasselbe Spiel – auf die Knie gehen, unter das Fahrzeug greifen und den kleinen Knebel des Hahns ertasten. Komfort geht definitiv anders.
Also habe ich mir eine einfache und praktikable Lösung gebaut: Aus einem alten Plastikrohr habe ich ein Ende so zugesägt, dass es exakt auf den Knebel des Ablasshahns passt. Der Hahn selbst sitzt übrigens mittig unter der Serviceklappe der Kassettentoilette.
Mit diesem kleinen Hilfswerkzeug kann ich den Ablasshahn nun bequem von außen bedienen, ohne auf dem Boden herumkrabbeln zu müssen. Bei geöffnetem Hahn klemmt das Rohr dank leichter Vorspannung am Knebel, sodass es nicht herunterfällt und zuverlässig sitzen bleibt.
Eine absolut simple Do-it-yourself-Lösung – aber extrem praktisch. Manchmal braucht es keine teuren Umbauten, sondern nur eine Idee und ein Stück Plastikrohr.



Fächer-Scheibenwaschdüsen
Unser Grand California ist ab Werk mit heizbaren Scheibenwaschdüsen ausgestattet. Serienmäßig spritzen dort jeweils 2× drei kleine Punktstrahlen auf die Frontscheibe. In der Praxis war das aber alles andere als ideal:
Bei schneller Fahrt trifft der Strahl oft zu tief und landet im unteren Bereich der Scheibe – und in der Stadt schießt er manchmal über die Scheibe hinaus.
Die Lösung waren Fächerdüsen, die keinen einzelnen Strahl, sondern einen breiten, gleichmäßig verteilten Wasserfächer auf die Scheibe bringen.
Die zwei Düsen habe ich für rund 30 Euro bei eBay gefunden – und der Umbau war überraschend schnell erledigt: In 10 Minuten war alles getauscht.



Seitdem wird die Frontscheibe endlich richtig sauber – gleichmäßig, schnell und ohne Nachjustieren. Eine kleine Modifikation, die sich absolut lohnt.
Kartuschen-Gaskocher
Auf unseren Campingreisen möchten wir so viel Zeit wie möglich draußen verbringen. Dazu gehört für uns ganz selbstverständlich auch das Kochen im Freien. Und genau deshalb ist unser guter alter Gaskartuschenkocher aus dem roten Bus auch heute noch im Einsatz.
Er ist schnell aufgebaut, zuverlässig und ideal, um draußen eine Mahlzeit zuzubereiten – ob morgens der Kaffee, mittags ein kleiner Snack oder abends ein Essen. Für uns gehört das Outdoor-Kochen einfach zum Camping dazu und macht den Aufenthalt erst richtig gemütlich.



Netflix und Co
Auf unseren Reisen schauen wir nur äußerst selten Filme oder Serien. Die Tage sind meist voller Eindrücke, und abends genießen wir lieber die Ruhe im Camper oder den Blick nach draußen.
Doch wenn es in der dunklen Jahreszeit doch einmal gemütlich sein darf, holen wir unser großes iPad hervor. Für diese seltenen Momente reicht es vollkommen aus – kein Fernseher, keine Technikschlacht, einfach entspannt zurücklehnen und schauen.

